Sag „Ja“ zum „Nein“!

 

Die kürzesten Wörter, nämlich ‚Ja‘ und ‚Nein‘, erfordern das meiste Nachdenken.

– Pythagoras von Samos-


Sicherlich kennst Du genügend Situationen, in denen um Deine Hilfsbereitschaft gebeten wird….Jemand möchte sich zum x-ten Mal Geld von Dir leihen und Du weißt genau, dass Du es nicht wiedersehen wirst. Du sollst immer wieder unangenehme Dinge von anderen übernehmen, die Du selbst auch nicht gerne erledigst. Oder Du wirst von einem Verkäufer bedrängt etwas zu kaufen. Diese und andere Beispiele begleiten uns fast tagtäglich und natürlich helfen wir gerne aus, unterstützen unsere liebsten Mitmenschen und stellen die eigenen Interessen auch bereitwillig zurück. Doch es gibt fast für jeden den Moment, in dem eine Grenze erreicht und es nötig wird, eine Bitte abzulehnen. Das fällt Dir schwer? Warum eigentlich?

 

Es war einmal…

Letztens durfte ich einen Workshop mit Hort-Erziehern moderieren. In diesem sollte das Kollegium gemeinsame Ziele erarbeiten und festlegen, bis wann diese erreicht werden sollen und wer die Verantwortung für die Zielerreichung übernimmt. Unter anderem hatte das Team die Vision, ein Aquarium im Hort anzuschaffen, denn so ein Aquarium hat sowohl für die Kinder, als auch für die Erzieher eine beruhigende Wirkung und lehrreich ist es zudem auch.

Zunächst wollte sich keiner so recht den Hut für das anstehende Projekt aufsetzen, doch nach kurzem Zögern erklärte sich eine Erzieherin (hier: Andrea) bereit, sich der Sache anzunehmen. Daraufhin begannen die Kollegen zu widersprechen und Andrea ins Gewissen zu reden….NEIN Andrea, dafür wirst du dich nicht melden! Du machst doch schon das Essens-Projekt, bist für die Wanderung nächste Woche verantwortlich und gestaltest das Theaterstück der Ersten und Zweiten Klassen. Das wirst du nicht auch noch machen!

Ich war beeindruckt und fand es wunderbar zu sehen, wie sehr sich das Team um das Wohlergehen seiner Mitglieder kümmerte und darauf achtete, das es jedem in der Gruppe gut geht. Andrea sah die Bedenken ihrer Kollegen schnell ein und es fand sich nach kurzer Zeit jemand anderes, der die Vision des Hort-Teams in Angriff nehmen wollte. Die Gruppe war zufrieden und die neuen Aufgaben wurden voller Elan und Enthusiasmus angegangen.

 

UnverFEHLt fiel mir ein…

Das kleine Nein sitzt auf einer Bank im Park und isst Schokolade. Es ist wirklich sehr klein, richtig winzig und ganz leise. Da kommt eine große, dicke Frau und fragt: „Darf ich mich zu dir setzen?“ Das kleine Nein flüstert leise: „Nein, ich möchte lieber allein sitzen.“ Die große dicke Frau hört nicht hin und setzt sich auf die Bank.

Da kommt ein Junge angerannt und fragt: „Darf ich deine Schokolade haben?“ Das kleine Nein flüstert wieder: „Nein, ich möchte sie gerne selber essen.“ Aber der Junge hört nicht hin, nimmt dem kleinen Nein die Schokolade weg und beginnt, sie zu essen.

Da kommt ein Mann vorbei, den das kleine Nein schon oft im Park gesehen hat und sagt: „Hallo, Kleine. Du siehst nett aus, darf ich dir einen Kuss geben?“ Das kleine Nein flüstert zum dritten Mal: „Nein. Ich will keinen Kuss!“ Aber auch der Mann scheint nicht mehr zu verstehen, geht auf das kleine Nein zu und macht schon einen Kussmund.

Nun verliert das kleine Nein aber endgültig die Geduld. Es steht auf, reckt sich in die Höhe und schreit aus vollem Hals: „Neiiin!“ Und noch mal: „Nein, Nein, Nein! Ich will allein auf meiner Bank sitzen, ich will meine Schokolade selbst essen, und ich will nicht geküsst werden. Lasst mich sofort in Ruhe“

Die große, dicke Frau, der Junge und der Mann machen große Augen: „Warum hast du das nicht gleich gesagt!“ und gehen ihrer Wege. Und wer sitzt jetzt auf der Bank? Nein, nicht ein kleines Nein, sondern ein großes Nein. Es ist groß, stark und laut, und es denkt: “ So ist das also. Wenn man immer leise und schüchtern Nein sagt, hören die Leute nicht hin. Man muss schon laut und deutlich Nein sagen.“

So ist aus dem kleinen Nein ein großes Nein geworden.

(Aus: Das große und das kleinen Nein von G. Braun & D. Wolters )


Meine EmpFEHLung für Dich…

Natürlich sagen wir wie Andrea gerne ‚Ja‘ und nehmen zusätzliche Aufgaben an, um zu unterstützen. Doch achte darauf, dass sich dieses ‚Ja‘ auch gut und richtig für Dich anfühlt. Denn sonst entsteht schnell ein großer Druck und das Gefühl, es allen recht machen zu müssen. Die Befürchtungen, die dahinter stehen, wenn Du in solchen Situationen ‚Nein‘ sagen würdest, sind oft die Angst, nicht mehr gemocht zu werden, das Bedürfnis, gebraucht zu werden oder die Angst, egoistisch und herzlos zu wirken. Aber ein klares und großes NEIN verhindert, dass Du ungewollt die Arbeit von anderen übernimmst, Deine Gutmütigkeit ausgenutzt wird, Deine Pläne durcheinander geraten und Du in Stress gerätst.

Also sage bewusst und überlegt auch mal ‚Ja‘ zum „Nein“ und damit ‚Ja‘ zu Dir selbst – zu Deinen Zielen, Wünschen und Interessen.

Mehr Tipps, wie Du ‚Nein‘ sagen kannst findest Du hier. Und alles rund um Dein Wohlergehen, Deine Innere Stärke und Deine Selbstwirksamkeit erfährst Du jeden Montag, live um 12 Uhr, in der Qualitätszeit mit Marco bei facebook und natürlich beim nächsten FEHL-Tag! Mach mit und sag „Ja“ zu Dir!

DU machst den UNTERSCHIED!
Dein Team Marco Fehl

WIR für EUCH – IHR für die Welt!

 

 

Beitrag: Aileen Lang

 

Sag „Ja“ zum „Nein“!

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