Die Macht sei mit Dir

„Wenn du eine weise Antwort verlangst, musst du vernünftig fragen.“
– Goethe –


Fragen begleiten uns tagtäglich, unser Leben lang. Sie können einfach und banal sein

  • Würdest Du nacher bitte noch den Müll runterbringen?
  • Könntest Du noch eine Packung Milch aus dem Supermarkt mitbringen?

oder wir fällen durch sie wichtige Entscheidungen in unserem Leben

  • Will ich das wirklich?
  • Was ist wichtig und wesentlich für mich? .

Fragen können zum Nachdenken anregen, sie stellen Dinge in Frage und drücken Zweifel aus.
Sie bringen neue Erkenntnisse und rufen Veränderung hervor.
Kurz: Sie haben Macht! Und diese Macht sei mit Dir! Denn durch sie kommen wir weiter auf dem Weg, der uns zu unseren Zielen führt. Oder warum glaubst Du stellen Kinder über 400 Fragen am Tag? Um Dich zu ärgern und zu nerven? Sicherlich nicht! Weil sie durch Fragen ihre Neugier und die Faszination für das Leben ausdrücken, ihre Welt erkunden und sie verstehen wollen. Und wie viele Fragen hast Du heute schon gestellt?

Welchen Einfluss und Wirkungskreis (die richtigen) Fragen haben können, wurde mir erst neulich wieder bewusst…

Es war einmal…

Vor kurzem führte ich in einer Kita eine Entspannungsschulung mit einer Erzieherin (hier: Annette) durch und sie hatte die Aufgabe von mir erhalten, eine Progressive Muskelrelaxation eigenständig für die Kinder anzuleiten. Ein Kind (hier: Max) war dabei etwas forsch. Er hat während Annettes Anleitung sprachlich schon vorweg genommen, was er jetzt zu tun hat und das auch ausgeführt. Max war sehr interessiert an der Übung und sehr aufgeweckt. Doch dieses ständige Vorwegnehmen hat in Annette irgendwann Ärger ausgelöst, was kurz darauf zu einem Konflikt mit Max führte und eskalierte. Max lief nur noch Runden um die ganze Gruppe und störte die komplette Schulung, sodass er den Raum verlassen musste. Im abschließenden Reflexionsgespräch versuchte ich durch Fragen zunächst die Emotionen von Annette zu klären. Ich fragte sie: „Wie hast du dich denn in der Situation mit Max gefühlt?“ Sie antwortete: „Ich war schon etwas aufgeregt und verärgert!“ Und dann fragte ich sie, welche Emotionen denn Max zu Beginn hatte? Sie überlegte und sagte: “ Na es war eigentlich Freude….Max hat sich auf die Übungen gefreut!“. „Und wie war es dann am Ende?“, fragte ich sie weiter. Annette daraufhin: „Er war am Ende bockig und wütend“. Ich ging ein Schritt weiter und fragte sie, wie diese Wut denn bei Max entstanden sei? „Na eigentlich, weil ich ihn ständig ermahnt habe“, gab sie zu. „Mhhh….und wie war Max am Anfang der Übung?“. Annette: „Er war sehr aufgeweckt und wollte ja mitmachen“. Dann wollte ich von ihr wissen, wie sie denn anders hätte reagieren können, dass die Situation nicht so ekaliert wäre? Annette dachte eine Weile nach und dann reflektierte sie, dass sie Max ja gar nicht richtig wahrgenommen hat und nicht wertgeschätzt hat, dass er so voller freudiger Erwartung war. Sie hätte Max ja nur darauf hinweisen brauchen, dass er bitte den Rahmen einhalten und leise sein soll, sodass die anderen Kinder auch mitmachen können und nicht gestört werden…er gern ganz bei sich sein kann.

Hier habe ich die Macht von Fragen gespürt! Annette hat durch die Fragen nicht nur erkannt, warum die Situation mit Max so eskaliert ist, sondern auch, worauf sie zukünftig achten wird! Sie hat sich nach diesem Prozess sehr schlecht gefühlt, aber es war für sie ein einschneidendes Erlebnis, das dazu geführt hat, dass sie von nun an sehr auf einen empathischen Umgang mit ihren Kindern achtet. Sich stets fragt: Wie gehts dem Kind? Was hat es gerade für ein Gefühl? Wieso ist dieses Gefühl da? Was löst es in mir aus? Und welchen Rahmen brauche ich, um das Verhalten an dieser Stelle anzusprechen? Die Fragen, die ich ihr stellte, haben eine positive Veränderung im Umgang mit den Kindern hervorgerufen und das war auch für mich ein erkenntnisreiches Ereignis.

 

UnverFEHLt fiel mir ein…

Die drei Siebe

Einst wandelte Sokrates durch die Straßen von Athen.
Plötzlich kam ein Mann aufgeregt auf ihn zu: „Sokrates, ich muss dir etwas über deinen Freund erzählen, der…“
„Warte einmal“ unterbrach ihn Sokrates. „Bevor du weitererzählst – hast du die Geschichte, die du mir erzählen möchtest, durch die drei Siebe gesiebt?“
„Die drei Siebe? Welche drei Siebe?“ fragte der Mann überrascht.
„Lass es uns ausprobieren,“ schlug Sokrates vor.
„Das erste Sieb ist das Sieb der Wahrheit. Bist du dir sicher, dass das, was du mir erzählen möchtest, wahr ist?“
„Nein, ich habe gehört, wie es jemand erzählt hat.“
„Aha. Aber dann ist es doch sicher durch das zweite Sieb gegangen, das Sieb des Guten? Ist es etwas Gutes, das du über meinen Freund erzählen möchtest?“
Zögernd antwortete der Mann: „Nein, das nicht. Im Gegenteil….“
„Hm,“ sagte Sokrates, „jetzt bleibt uns nur noch das dritte Sieb. Ist es notwendig, dass du mir erzählst, was dich so aufregt?“
„Nein, nicht wirklich notwendig,“ antwortete der Mann.
„Nun,“ sagte Sokrates lächelnd, „wenn die Geschichte, die du mir erzählen willst, nicht wahr ist, nicht gut ist und nicht notwendig ist, dann vergiss sie besser und belaste mich nicht damit!“


Meine EmpFEHLung an Dich…

Fragen können viel bewirken und Dich weiterbringen, dich verändern. Also habe Mut, Dinge zu hinterfragen, sie nicht als gegeben oder selbstverständlich hinzunehmen. Nehme Dir die Kinder ein ums andere Mal mehr als Vorbild und stelle Fragen, denn sie werden Dir Erkenntnisse verschaffen und Lösungen für Dich bereithalten.

Also: Helfe Dir selbst und frage! Wenn nötig, auch Löcher in Bauch…

Und noch mehr Hilfe zur Selbsthilfe bekommst Du beim nächsten FEHL-Tag!

 

DU machst den UNTERSCHIED!
Dein Team Marco Fehl

WIR für EUCH – IHR für die Welt!

 

 

Beitrag: Sascha Drescher

Die Macht sei mit Dir

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